Oslo (Uschlu) – Abreise, Tag eins

ich bin unterwegs

Der Taxifahrer war verwirrt. Wobei auch gesagt werden muss, dass die Strassen und Beschilderungen am Hafen nicht wirklich für alle klar erkennbar sind – vom Verstehen nicht zu reden! Aber – er stellte den Taxameter ab, drehte mit mir eine Ehrenrunde im Hafengebiet und schliesslich waren wir da – neben der hochaufragenden Trollfjord. Ich komme mir winzig klein vor zu deren Wasserlinie.

Nach dem Nummerieren des Koffers draussen am Quai und dem Passieren einer laut schwatzend gestikulierenden japanischen Reisegruppe grad hoch zum Check-in auf Deck 6. Foto, Kuvert in Empfang nehmen und ab aufs Observationsdeck und – wow! Diese Aussicht! So gut!

Ich kann mich ja gar nicht satt sehen und verzichte aufs Mittagessen, weil ich nicht mehr hinunter will, in den Bauch der Trollfjord.

Was ich dann natürlich doch tue, weil die Sicherheitsinformationen im Vortragssaal obligatorisch sind, da wird sogar die Schlüsselkarte gescannt, dem entkommt niemand. Was auch wirklich sinnvoll ist, wie ich später höre, denn es sollten wirklich alle wissen, wie man den wärmenden Ganzkörperanzug und die darüber zuziehende Schwimmweste anzieht. Mir schwant, dass das wohl im Unglücksfall, wenn gleichzeitig das Warnhorn dröhnt, kaum so leicht über die Bühne gehen würde, wie uns das Expeditionsteam vorführt. Aber es ist eh nicht wünschbar, dass dieses Szenario je aktuell wird, da es noch saukalt ist und die Vorstellung, in ein kleines Rettungsboot umsteigen zu müssen, sich nicht erwärmend anfühlt.

Meine Kabine ist 654, mit Bullauge. Sogar der Koffer steht schon vor der Tür. Komfortabel. Ich hole mir einen Kaffee und lerne dabei, dass in der Bar alles kostenlos ist. Als ich zum zweiten Mal an die Theke gehe, um nach einer Cola zu fragen, meint der Herr im weissen Kittel voll, er kenne mich jetzt ja schon, wir seien also praktisch verheiratet und deshalb schaue er jetzt zu mir. Oje. Gastfreundschaft norwegisch, alles gut.

Bevor wir ablegen in Oslo, gehe ich zum Abendessen, da ich langsam den kleinen Hungertod sterbe. Das Buffet ist extrem vielfältig und divers (ha, divers!)! Ich bin schon müde und gleich ein bisschen überfordert, aber ja nu. Erstaunlicherweise ist es gar kein Problem, alleine zu essen, da draussen vor dem Fenster, grad vor meinem Tisch, langsam die Mole von Oslo vorbeizieht – die Motoren brummen, wir fahren los.

Abendstimmung – langsam fährt die Trollfjord den Oslofjord hinaus. Es ist einfach nur grossartig! Ab in die Koje.

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