
Ha ha, nach all dem schönen Wetter war heute Morgen dann erst mal Nebel rundum. Ein ganz seltener Anblick! Während des Frühstücks tauchten dann ganz langsam die ersten Schären und Hügel auf und beim Einlaufen war bereits milchig die Sonne am Horizont. Molde ist berühmt für sein jährliches openAir Jazzfestival – da spielten und spielen jeweils die ganz Grossen des Jazz (Bjørn sagt dem Jass, ganz gut!). Auch Miles Davis war hier, was die Crew bei jeder Gelegenheit erzählt. Zudem wird Molde auch die Stadt der Rosen genannt, da es das hiesige Klima erlaubt, dass in den Sommermonaten viele Blumen blühen. Es wird behauptet, man rieche die Blumen schon auf See. Geschichten rundum!

Heute geht’s in Hinterland, wir fahren über die etwas mehr als 8 km lange Atlantikstrasse. Sie verbindet mit acht Brücken zwischen Molde und Kirstiansund viele kleine Inseln. Die Einsichten in den Fjord, in Richtung Inseln oder die dahinterliegende imposante Bergkette – eröffnen sich wie eine Märchenwelt. Wunderschön!
Kaffee und Kuchen gibt’s in Bud. Ein Fischerdorf mit Kürzestnamen und lauter Häuser mit einwandfreiem Anstrich. Das fällt auf! Die Stürme und die salzige Meeresluft nagen dermassen an den Farben und Fassaden, dass die Häuser ständig neu gestrichen werden müssen.
Zurück in Molde präsentieren sich ungewöhnliche Szenen. Es geht um die Ausschiffung morgen in Bergen. Die Crew informiert in allen möglichen Sprachen, doch die Unruhe ist auf dem ganzen Schiff zu spüren. Überall werden Zettel geschwenkt und Fragen durch die Lobby gerufen. Sehr ungewohnt, da sonst stets alles gemächlich zu und hergeht. Ich streife nochmals auf dem Observationsdeck herum, erhasche gerade noch einen Blick auf das prägnante Scandic Hotel, das dem Burj al Arab in Dubai ähnlich sieht der Segelform wegen. David steht konzentriert und leicht vorgebeugt hinter dem Stativ, zwei Freundinnen sitzen auf den blauen Liegestühlen und stossen grad mit etwas Sprudelndem an. Die kleine Amerikanerin ist noch immer auf Mission und schiesst Bilder im Sekundentakt. Einige Paare stehen zusammen und diskutieren über irgendeine Unstimmigkeit. Am Heck werden die letzten Bilder eingefangen, die Blicke schweifen über die majestätisch vorbeiziehende Landschaft zu beiden Seiten.
Es ist so wunderschön hier.

PS: Verabschiedungen von allen: dem Exkursionsteam (ganz, toll, wirklich), der gesamten Küchencrew (das sind so viele! Wir haben gar nie alle zusammen gesehen, die besten einfach) und schliesslich noch vom Kapitän und den Offizieren. Sehr herzlich alles – und draussen grad die letzte Strecke auf offener See.
